Die WOCCA hat gesprochen – der Blatter schweigt
Es ist vollbracht.
Nach Jahren der Institutionalisierung, nach Geboten, Verwaltungsordnungen, Loskugeln, Sauciere, OCB-Wahlen und einer Bürokratie, die vermutlich selbst für die UNO zu kompliziert wäre, hat die WOCCA gestern einen historischen Schritt gemacht:
Der Okey Cokey Council hat getagt.
Und der wichtigste Mann der WOCCA war nicht da.
Natürlich: der OCB.
Man könnte jetzt sagen, das sei bedauerlich. Man könnte auch sagen, es sei symptomatisch.
Oder – und das erscheint inzwischen der WOCCA angemessener – man könnte einfach feststellen:
Der Blatter war verhindert. Die WOCCA nicht.
Denn während der OCB weiterhin irgendwo zwischen Legende, Verschollenheit und möglicherweise sehr langer Mittagspause oszilliert, hat der neu eingesetzte OCI getan, was ein Funktionär in einer funktionierenden Organisation irgendwann tun muss:
Er hat einen Termin gemacht.
Nicht für eine Sitzung. Nicht für eine Arbeitsgruppe. Nicht für eine Kommission zur Vorbereitung einer Terminfindung. Sondern für das, worum es bei der ganzen Sache eigentlich geht:
Den XLI. OCC.
Damit ist gestern etwas geschehen, das vor wenigen Wochen noch als institutioneller Hochverrat gegolten hätte:
Ein OCC wurde terminiert, ohne dass der OCB ihn terminiert hat.
Die alte WOCCA-Ordnung dürfte dabei irgendwo leise zusammengebrochen sein.
Eine einzelne Sauciere hat vermutlich gezittert. Die Moiren haben wahrscheinlich betreten zur Seite geschaut. Und irgendwo sitzt ein ehemaliger Verwaltungsfunktionär und fragt sich:
„Darf der das?“
Die Antwort des OCI scheint zu lauten:
„Jetzt schon.“
Der bemerkenswerteste Satz der neuen WOCCA lautet deshalb nicht „Feel the Okey Cokey“.
Er lautet:
„Dann machen wir es eben.“
Und genau darin liegt die eigentliche Tragik der Blatter-Krise.
Die WOCCA hat jahrelang ein System geschaffen, in dem der OCB nahezu unumschränkte Macht besaß.
Der OCB konnte Termine festlegen.
Der OCB konnte Strafen verhängen.
Der OCB konnte das Schiedsgericht spielen.
Der OCB konnte die Sauciere überreichen.
Der OCB konnte die Krone tragen.
Und offenbar konnte der OCB auch:
einfach nicht erscheinen.
Was niemand bedacht hatte:
Dass die WOCCA dann trotzdem weitermacht.
Der OCI hat damit ein gefährliches Präzedenzmodell geschaffen
Denn wenn der XLI. OCC ohne OCB terminiert werden kann, stellt sich eine für die gesamte WOCCA existenzielle Frage:
Wozu braucht man den OCB eigentlich noch?
Natürlich wird man diese Frage nicht laut stellen.
Noch nicht.
Stattdessen wird man vermutlich von einer „Übergangsregelung“, einer „temporären Kompetenzübertragung“ und einer „außerordentlichen historischen Situation“ sprechen.
Das ist wichtig.
Denn sobald man zugibt, dass die WOCCA auch ohne ihren obersten Herrscher funktioniert, könnte jemand auf die Idee kommen, dass die ganze Konstruktion von Anfang an etwas überdimensioniert war.
Und das wäre für eine Organisation, die sogar ihren Bierverbrauch bilanziert, natürlich ein unerträglicher Gedanke.
Der OCB hat damit seinen größten Sieg errungen
Ironischerweise könnte der verschollene Blatter damit sogar seinen größten Erfolg feiern.
Denn er hat der WOCCA etwas beigebracht, was kein Reformpapier geschafft hätte:
Selbstständigkeit.
Sein Fehlen hat bewiesen, dass die Organisation nicht untergeht, wenn der oberste Funktionär nicht auftaucht.
Vielleicht war das alles Absicht.
Vielleicht sitzt der OCB irgendwo und beobachtet die Entwicklung.
Vielleicht lächelt er.
Vielleicht wartet er nur auf den richtigen Moment, um plötzlich aufzutauchen und zu sagen:
„Ich hatte die ganze Zeit einen Plan.“
Das wäre jedenfalls die einzig wirklich würdige Rückkehr eines OCB.
Und nun kommt der XLI. OCC
Der Termin steht. Der Council hat entschieden. Der OCI hat gehandelt. Die Partisanen haben bekommen, was sie wollten.
Die WOCCA lebt.
Und deshalb steht die Organisation nun vor ihrer größten Herausforderung:
Nicht mehr: „Wo ist der OCB?“
Sondern:
„Was machen wir jetzt mit einem OCC, der tatsächlich stattfindet?“
Das dürfte die Verwaltung vor eine völlig neue Aufgabe stellen.
Man munkelt bereits, dass hierfür eine Kommission eingesetzt werden soll.
Die Kommission soll zunächst prüfen, ob die Einsetzung einer Arbeitsgruppe sinnvoll ist.
Diese Arbeitsgruppe soll anschließend beraten, ob ein Ausschuss zur Vorbereitung des XLI. OCC gebildet werden muss.
Der Ausschuss wird dann vermutlich feststellen:
Der XLI. OCC ist bereits terminiert.
Und damit wäre die WOCCA endgültig gerettet.
Eine letzte Frage bleibt allerdings offen
Wo ist der OCB?
Niemand weiß es.
Aber eines wissen wir seit gestern: Der OCB mag verschollen sein. Die Krone mag verwaist sein. Die Sauciere mag leer sein. Die Blatter-Ordnung mag zusammenbrechen.
Doch solange OCI ParfittQuo einen Kalender und einen Kugelschreiber besitzt, gilt:
DER OCC FINDET STATT.
Und wenn der OCB irgendwann wieder auftaucht, sollte man ihm vielleicht zunächst nur eine Frage stellen:
„Schön, dass du wieder da bist. Hast du eigentlich den Termin bekommen?“
Feel the Okey Cokey.
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