Freitag, 18. September 2026

 

Die Geschichte der WOCCA

Von der ersten Sauciere bis zum Verschwinden des Okey Cokey Blatters




Prolog: Bevor es die WOCCA gab

Am Anfang stand noch keine Weltorganisation, kein Verwaltungsapparat, kein Strafenkatalog und schon gar kein Okey Cokey Blatter.

Es gab lediglich vier Trainer:

YuF28, Luhusteuck, Noddy89 und ParfittQuo.

Und es gab den Okey Cokey Cup.

Der I. OCC fand nach heutiger WOCCA-Chronik bereits 2010 in den „Höhlen des HHH“ statt. ParfittQuo gewann den ersten Cup, YuF28 wurde Finalist. Das Turnier war allerdings noch nicht das streng regulierte Gebilde späterer Jahre. YuF28 beschreibt diese Zeit rückblickend als eine kurze „Prä-Phase“ mit einem einfachen Turnierformat. 

Dann wurde es zunächst erstaunlich ruhig.

Erst am 25. Juli 2012 fand der II. OCC in Steuckistan statt. Noddy89 gewann mit Liverpool gegen YuF28s Montpellier. Damit begann die eigentliche Ära des Okey Cokey Cup. 


I. Die Geburt der WOCCA – 2013

Der entscheidende Wendepunkt kam am 20. Januar 2013.

Beim III. OCC gewann ParfittQuo mit Manchester United gegen Noddy89. Noch wichtiger als das Ergebnis war jedoch das, was danach geschah:

Die WOCCA entstand.

Mit Luhusteuck als erstem Okey Cokey Blatter begann die Institutionalisierung des bisher eher anarchischen Cups. Luhusteuck I amtierte vom 20. Januar 2013 bis zum 6. Januar 2014 und wird auf der offiziellen OCB-Seite ausdrücklich mit der Formung und Gründung der WOCCA, der Institutionalisierung von OCC und WOCCA, der Einführung der Okey-Cokey-Gebote und der Schaffung einer Verwaltung verbunden. 

Und plötzlich wurde aus einem FIFA-Turnier eine Staatsordnung.

Es entstanden:

  • die Okey-Cokey-Gebote
  • die WOCCA-Verwaltung
  • der Okey Cokey Blatter
  • der Kassenwart
  • ein Schiedsgericht
  • Strafbestimmungen
  • offizielle Statistiken
  • die Turnierregeln
  • Rituale
  • und natürlich die Sauciere.

Der III., IV., V., VI., VII., VIII. und IX. OCC wurden allein 2013 ausgetragen. Die Austragungsorte wechselten zwischen Steuckistan und den Gärten des YuF. Bereits beim VII. OCC hatte jeder der vier Trainer mindestens einmal triumphiert – eine Tatsache, die später als Beginn der eigentlichen Konkurrenzgeschichte interpretiert wurde. 


II. Das Zeitalter der Gebote

Mit der Institutionalisierung wurde der OCC immer absurder – und gleichzeitig immer komplizierter.

Das heutige Regelwerk verlangt unter anderem, dass ein echter OCC nur und ausschließlich mit allen vier Stammtrainern stattfinden darf. Daneben wurden OCCC, OCBP, OCIC, WOCCA-Pokal und OCL als weitere Wettbewerbe definiert. Der OCC selbst bleibt dabei ausdrücklich „das Maß aller Dinge“. 

Der typische OCC wurde zu einem hochformalisierten Turnier:

  • vier Trainer
  • jeweils drei Mannschaften
  • verdeckte Auslosung
  • vier Gruppen
  • keine Setzliste
  • maximal zwölf Sterne Gesamtstärke
  • grundsätzlich ein Fünf-Sterne-Team
  • Titelverteidigerpflicht
  • Vereinsbindungen und Losverfahren
  • 18er-Kader
  • Transferregeln
  • Losentscheid bei bestimmten Gleichständen.

Später kam sogar der Super-OCC mit 13,5 Sternen hinzu. 

Und über allem stand der OCB.


III. Der Okey Cokey Blatter – das mächtigste Amt der WOCCA

Der OCB entwickelte sich zum eigentlichen Zentrum des Systems.

Die offizielle Beschreibung spricht von einem „unumschränkten Herrscher der WOCCA“ mit weitreichender Entscheidungskompetenz. Er eröffnet den OCC, verhängt Strafen, bestimmt Austragungs- und Finalort, übernimmt das Schiedsgericht, überwacht die Auslosung und überreicht den Cup. 

Seine Macht wird allerdings durch eine bemerkenswerte Besonderheit ergänzt:

Er wird ausgelost.

Die Moiren bestimmen den jeweiligen OCB per Los. Das Los wurde damit zu einem Grundprinzip der WOCCA – und zu einer Quelle unzähliger späterer Konflikte. 

Zur Amtseinführung gehören die Sauciere und die Worte:

„Feel the Okey Cokey.“

Auch musikalisch wurde die WOCCA endgültig sakralisiert: Der „Okey Cokey“-Song von Slade wurde zur offiziellen Hymne. Er soll bei der Eröffnung gespielt werden und begleitet auch die Siegerehrung. 


IV. Die großen OCB-Epochen

Die WOCCA selbst teilt ihre Geschichte faktisch in verschiedene Blatter-Epochen.

Luhusteuck I – 2013/14

Der Gründer.

Er institutionalisiert die WOCCA, schafft die Verwaltung und die Gebote und macht aus dem OCC eine dauerhafte Organisation. In seiner Amtszeit finden sieben OCCs statt. 

Noddy89 I – 2014/15

Nun folgt die große Verwaltungsreform.

Noddy führt die WOCCA-Verwaltungsordnung ein, stärkt die Rechtssicherheit und etabliert den Strafenkatalog. Außerdem soll die Bekanntheit der WOCCA durch externe Trainer gesteigert werden. 

Die WOCCA wird damit endgültig zu einer Mischung aus Fußballverband, absolutistischer Monarchie und Amtsgericht.

YuF28 I – 2015/16

YuF versucht, das System weiterzuentwickeln:

  • neue Turnierformate
  • Propagandakampagne
  • erstes ordentliches WOCCA-Schiedsgericht
  • deutliche Steigerung des Vereinsvermögens.

Seine Amtszeit bringt vier OCCs und einen WOCCA-Pokal. 

ParfittQuo I–III – 2016 bis 2019

Die längste kontinuierliche Amtszeit.

ParfittQuo steht für Kontinuität und den Ausbau der Verwaltung. Unter ihm findet auch die erste WOCCA-Auslandstournee statt. Insgesamt fallen elf OCCs in seine Amtszeit. 

Sportlich beginnt in dieser Zeit allerdings etwas viel Größeres:

Das Zeitalter des Noddy Holder



V. Der Aufstieg des Rekordsiegers

Nach der frühen ausgeglichenen Phase beginnt ab etwa dem XIX. OCC die große Noddy-Ära.

Der XIX. OCC am 3. Februar 2016 wird von Noddy89 mit Bayern München gewonnen. Danach folgen der XX., XXI. und XXII. OCC – und schließlich eine außergewöhnliche Serie von Erfolgen.

Das OCC-Journal beschreibt später eine historische Phase, in der Noddy zunächst fünf Titel in Serie und später nochmals vier Titel in Serie gewinnt. 

Die Zahlen der offiziellen OCC-Chronik machen die Dominanz sichtbar: Noddy gewinnt unter anderem XIX, XX, XXI, XXII, XXIII, XXVI – und zahlreiche weitere Turniere bis hinein in die späten 2010er Jahre. 

Sein Status wird schließlich offiziell:

„Held der WOCCA“

Wer zehn OCCs mit einem Verein gewinnt, erhält diesen Titel und symbolisch eine goldene Sauciere. Der Titel kann sogar mehrfach erworben werden. Als besondere Konsequenz muss der Held anschließend für zehn OCCs auf seinen bisherigen Siegerverein verzichten. 

Noddy wird damit vom Trainer zum Mythos.

Oder, wie es die spätere Chronik formuliert:

Noddy Holder wird zum Helden der WOCCA.


VI. Die vier großen Fußball-Dynastien

Über vierzig OCCs hinweg kristallisieren sich vier Namen heraus.

Noddy89                         18 OCC-Titel
ParfittQuo                       9 OCC-Titel
Luhusteuck                      8 OCC-Titel
YuF                                   5 OCC-Titel

Die 40 Titel des bis zum XL. OCC reichenden Archivs verteilen sich damit vollständig auf die vier Gründungstrainer. 

Besonders bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen Noddy und YuF:

YuF war in der Frühzeit einer der dominierenden Trainer und gewann insgesamt fünfmal. Doch nach seinem letzten Titel begann eine fast zwölfjährige Durststrecke. Im Interview vor dem XL. OCC beschreibt YuF selbst diese Entwicklung und erklärt, dass Luhusteuck und ParfittQuo im Laufe der Jahre spielerisch stärker geworden seien. 


VII. Die Ära Luhusteuck und die Okey-Cokey-Liga

2019 übernimmt Luhusteuck erneut das Amt des OCB.

Seine zweite und dritte Amtszeit dauert bis Mai 2023. Seine wichtigste institutionelle Hinterlassenschaft ist nicht nur die Fortsetzung der OCCs, sondern die Okey-Cokey-Liga.

2020 und 2021 werden komplette OCL-Spielzeiten ausgetragen.

2020 gewinnt SSC Neapel unter Luhusteuck, 2021 holt ParfittQuo mit Bayern München den Titel. Auch umfangreiche Torjägerstatistiken wurden geführt. 

Damit ist aus dem gelegentlichen Cup endgültig ein ganzes Okey-Cokey-Universum geworden:

OCC – OCCC – OCBP – OCIC – WOCCA-Pokal – Zasada-Cup – OCL.


VIII. Die Verwaltung wird zum Staat im Staat

Parallel zur sportlichen Entwicklung perfektioniert die WOCCA ihre Bürokratie.

Die Verwaltungsordnung von 2017 teilt die Organisation in mehrere Abteilungen:

  1. Verwaltungsvorstand
  2. Allgemeine Verwaltung
  3. Rechtsfragen
  4. Haushalt/Kassenwart
  5. Abteilung zur besonderen Verwendung.

Die Verwaltung untersteht unmittelbar dem OCB. Besonders bemerkenswert: Der OCB darf die Verwaltungsmitarbeiter ernennen und entlassen – der Kassenwart darf allerdings niemals gleichzeitig OCB sein. 

Auch die Finanzen werden akribisch dokumentiert.

So kostete der XXIX. OCC beispielsweise 50 €, brachte 60 € Einnahmen und einen ausgewiesenen Bierverbrauch von 15 Litern. Der Kassenstand stieg dadurch auf 95,23 €. 

Die WOCCA war also irgendwann eine Organisation, die sogar den Bierverbrauch bilanzierte.


IX. Der lange Spätwinter der WOCCA

Nach XXXIV im August 2019 kommt eine bemerkenswerte Unterbrechung.

Der XXXV. OCC findet erst am 26. Februar 2022 statt.

Danach geht es weiter:

  • XXXVI – 2023
  • XXXVII – 2024
  • XXXVIII – November 2024
  • XXXIX – August 2025
  • XL – Februar 2026. 

Gleichzeitig verändert sich die sportliche Kräfteverteilung.

Der XXXV. OCC geht an ParfittQuo, XXXVI an Luhusteuck, XXXVII an ParfittQuo, XXXVIII überraschend an Noddy89 und XXXIX wieder an Luhusteuck. 

Beim XXXVIII. OCC gelingt Noddy mit Liverpool der 17. Titel. Beim XXXIX. verteidigt er – trotz der Zweifel, ob er überhaupt anreisen würde – seinen Status als Titelverteidiger; Luhusteuck gewinnt allerdings den Cup mit Real Madrid. 


X. YuF und die Ära der großen Ankündigungen

2024 übernimmt YuF erneut das Amt des OCB.

Seine Amtszeit ist von neuen Ideen geprägt. Die offizielle WOCCA-Chronik nennt unter anderem:

  • das Okey-Cokey-Münzsystem
  • neue Denkansätze
  • zahlreiche Ankündigungen.

Er organisiert vier OCCs – XXXVII bis XL. 

Vor dem XL. OCC wird YuF im OCC-Journal selbst interviewt. Dort beschreibt er die Geschichte des OCC rückblickend in mehreren Phasen:

Prä-Phase → 12-Sterne-System → anarchische Frühphase → YuF/Luhusteuck/PQ-Konkurrenz → Noddy-Dominanz → moderne ausgeglichene Phase. 

Das XL. Jubiläumsturnier findet schließlich am 21. Februar 2026 in den „Neuen Höhlen des HHH“ statt.

Und wieder gewinnt:

Noddy89.

Mit Liverpool.

Damit steht er bei 18 OCC-Titeln. Im Finale schlägt er erneut Luhusteucks Real Madrid. 


XI. Der dritte Noddy – und der Beginn der Krise

Mit dem XL. OCC endet YuFs Amtszeit.

Die Moiren greifen erneut in das Schicksal der WOCCA ein.

Noddy89 wird zum dritten Mal Okey Cokey Blatter.

Seine dritte Amtszeit beginnt am 21. Februar 2026

Doch diesmal entwickelt sich die Geschichte anders.

Der nächste OCC lässt auf sich warten.

Im Juli 2026 titelt das OCC-Journal:

„WANN ENDLICH WIEDER OCC?“

Es wird von einem möglichen Putsch gegen den OCB gesprochen, von fehlendem Termin und wachsender Unruhe. Auf der WOCCA-Seite ist gleichzeitig weiterhin kein neuer OCC terminiert. 

Im August eskaliert der Konflikt.

Die sogenannten OCB-Partisanen werfen dem Blatter vor, zwar Termine abgefragt, aber keinen konkreten OCC festgelegt zu haben. Die Partisanen erkennen ausdrücklich die Losung des OCB an – sie akzeptieren also seine Einsetzung durch die Moiren – verlangen aber, dass er nun auch tatsächlich einen Cup organisiert. 

Ihr Kernvorwurf lässt sich auf einen Satz reduzieren:

„Die Moiren haben gelost. Jetzt soll gespielt werden.“


XII. Der Zusammenbruch der Blatter-Ordnung?

Im September 2026 erreicht die Geschichte ihren bislang grotesken Höhepunkt.

Das OCC-Journal veröffentlicht einen:

Nachruf auf den OCB

Der OCB gilt als verschollen und wird offenbar symbolisch für tot erklärt.

Damit schließt sich ein bemerkenswerter Kreis.

2013 wurde die WOCCA gegründet, um aus dem chaotischen Okey-Cokey-Spiel eine institutionalisierte Weltorganisation zu machen.

Es entstanden:

Gebote.Verwaltung.Kassenwart.Schiedsgericht.Strafenkatalog.Blatter.Moiren.Sauciere.Goldene Sauciere.Liga.Pokal.Intertoto.Premium-Partner.Münzsystem.

Und nun droht die gesamte Ordnung an einer einzigen, zunächst harmlos klingenden Frage zu zerbrechen:

Wann ist der nächste OCC?

Die offizielle WOCCA-Seite führt inzwischen als nächsten Termin den XLI. Okey Cokey Cup – n.n. auf. 


Die WOCCA in einem Satz

Die Geschichte der WOCCA ist die Geschichte von vier Männern, die aus einem simplen FIFA-Turnier eine selbstverwaltete, hochbürokratische, von Losen, Sauciere, Bier, Geboten und persönlichen Dynastien bestimmte Weltorganisation machten – und die nun Gefahr läuft, nicht an einem sportlichen Gegner, sondern an der Terminfindung für ihr nächstes Turnier zugrunde zu gehen.

Oder, noch offizieller:

2010 begann alles mit einem Cup.2013 entstand daraus eine Weltorganisation.Danach kamen Gebote, Blatter, Moiren und Sauciere.Noddy wurde zum Helden.Luhu erfand die Liga.PQ verwaltete den Staat.YuF erfand Münzen und Ankündigungen.Und 2026 verschwand der Blatter.




Feel the Okey Cokey!


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