Dienstag, 15. September 2026

Nachruf auf den OCB

 


„Er kam, er sah – und fand keinen OCC-Termin.“

Mit tiefer Bestürzung, aufrichtiger Ratlosigkeit und einem gewissen Maß an Erleichterung gibt die WOCCA bekannt, dass der amtierende Okey Cokey Blatter (OCB) nach seinem mysteriösen Verschwinden nunmehr offiziell für tot erklärt wurde.

Sein letzter bekannter Aufenthaltsort: die Münchner Allianz Arena.

Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Keine Terminankündigung.
Kein OCC.
Keine Erklärung.
Nicht einmal ein halbwegs brauchbarer Ausweichtermin.

Damit endet – zumindest offiziell – die Amtszeit eines Mannes, der wie kaum ein anderer die Geschichte des OCB-Amtes geprägt hat.


Ein OCB von historischem Rang

Man muss es anerkennen: Er war amtierender OCB.

Und allein das verdient Respekt.

Er trug die Krone.
Er besaß die Würde.
Er hatte die Macht.
Er hatte sogar theoretisch die Möglichkeit, einen OCC-Termin festzulegen.

Und doch blieb diese letzte Fähigkeit über weite Strecken erstaunlich ungenutzt.

Seine Amtsführung war geprägt von einer geradezu revolutionären Interpretation des OCB-Amtes:

Der OCB organisiert keinen OCC – er wartet darauf, dass einer entsteht.

Eine Philosophie, die seine Gegner als Amtsversagen bezeichneten, seine Anhänger hingegen als „strategische Terminfindung“.


Das tragische Versagen an der Kernaufgabe

Bei aller Würdigung darf jedoch nicht verschwiegen werden, woran seine Amtszeit letztlich zerbrach:

Der OCB sollte OCCs organisieren.

Er tat es nicht.

Oder zumindest nicht in einer Weise, die von den OCC-Partisanen als „Organisieren“ anerkannt worden wäre.

Terminvorschläge versandeten.
Abstimmungen führten ins Nichts.
Kalender blieben leer.
Hoffnungen wurden geweckt und anschließend mit einer Mischung aus Schweigen, Gegenargumenten und Verfügbarkeitsproblemen wieder zerstört.

Die OCC-Partisanen, ohnehin eine Gruppierung mit niedriger Toleranzschwelle gegenüber organisatorischer Untätigkeit, begannen schließlich offen gegen ihn zu opponieren.

Was zunächst als harmlose Kritik begann, entwickelte sich zu einer regelrechten Partisanenbewegung.

Flüsternd soll man sich gefragt haben:

„Was nützt uns ein OCB, wenn er keinen OCC macht?“

Eine Frage, auf die der Verstorbene bis heute keine überzeugende Antwort hinterlassen hat.


Der Konflikt mit den OCC-Partisanen

Die Beziehung zwischen OCB und Partisanen war zuletzt nachhaltig zerrüttet.

Die Partisanen warfen ihm vor, das höchste Amt der WOCCA zwar zu bekleiden, dessen wichtigste Pflicht aber konsequent zu ignorieren.

Der OCB wiederum soll die Partisanen als aufrührerische Kräfte bezeichnet haben, die seine ohnehin schwierige Arbeit durch unangemessenen Druck erschwerten.

Beide Seiten fühlten sich im Recht.

Beide Seiten hielten sich für die letzte Bastion der Vernunft.

Und so kam es, was kommen musste:

Der OCB verschwand.


Das Rätsel von München

Besonders mysteriös ist sein letzter bekannter Aufenthaltsort.

Die Allianz Arena in München.

Warum ausgerechnet dort?

Einige vermuten, er habe dort Zuflucht gesucht.

Andere glauben, er habe gehofft, im Stadion endlich einen Termin zu finden, an dem wirklich alle können.

Wieder andere halten es für möglich, dass er sich in den Katakomben versteckt und noch immer fieberhaft versucht, die Verfügbarkeit der OCC-Partisanen zu koordinieren.

Eine besonders wilde Theorie besagt sogar, dass er das Stadion niemals verlassen hat.

Demnach soll er heute noch irgendwo zwischen VIP-Loge, Spielertunnel und Block 112 sitzen und auf den Satz warten:

„Alle können am Samstag.“


Aber ist er wirklich tot?

Das ist die entscheidende Frage.

Denn bislang wurde keine Leiche gefunden.

Und solange keine Leiche gefunden wurde, weigern sich einige besonders hartnäckige Mitglieder der WOCCA, seinen Tod vollständig anzuerkennen.

Vielleicht lebt er.

Vielleicht sitzt er irgendwo in Bayern.

Vielleicht hat er sich unter falschem Namen in ein Kloster zurückgezogen.

Vielleicht wurde er zuletzt dabei gesehen, wie er einen Kalender öffnete, drei mögliche Termine markierte und anschließend für immer im Nebel verschwand.

Oder – und diese Theorie wird von den OCC-Partisanen ausdrücklich bevorzugt –

er ist gar nicht tot.

Er wartet nur.

Auf einen geeigneten Zeitpunkt.

Auf bessere Rahmenbedingungen.

Auf eine Rückmeldung.

Auf die endgültige Verfügbarkeit aller Beteiligten.

Kurz gesagt:

Auf einen OCC.


Vermächtnis

Was bleibt also von ihm?

Eine Krone.
Ein Amt.
Ein legendärer Ruf.
Eine bemerkenswerte Abwesenheit von OCCs.
Und ein Konflikt, der die WOCCA nachhaltig erschütterte.

Vielleicht wird man sich eines Tages milder an ihn erinnern.

Vielleicht wird man sagen:

„Er war kein guter Organisator.“

Aber auch:

„Er war unser OCB.“

Und vielleicht ist genau das sein größtes Vermächtnis.

Die WOCCA verabschiedet sich daher von ihrem amtierenden OCB mit den Worten:

Möge er in Frieden ruhen.

Falls er tot ist.

Und falls nicht:

Möge er endlich einen OCC-Termin organisieren.